CD - details:

"MOVIE TALKS" heißt diese Sammlung, in der ich verschiedene Filme als Inspirationsquellen nehme. Musikalisch umgesetzt werden ihre Dramaturgie, ihr Stimmungsgehalt oder auch freie Assoziationen, die sich an ihnen entzünden, und zwar sowohl als ‘Einfälle‘ musikalischer Themen als auch konzeptionell im Hinblick auf Improvisationsverläufe.


So ist manchmal nur der Filmtitel Schlüsselreiz für eine freie Improvisation (Jour de Fête). Ein andermal sind es Bilder oder Stimmungen, die eine Notenvorlage beeinflussen sowie das Gerüst für solistische Kommentare bilden (Horizontal Shower oder Von der Leichtigkeit...). Oder die Dramaturgie des Stückes entspricht entweder Teilen des Films (Delicatessen) oder gar dem gesamten Handlungsverlauf (Lola rennt...aber nicht immer). Vereinzelt werden konkrete Stimmungen durch verbale Vorgaben erzeugt. So zum Beispiel die auf eine filmische Situation bezogen Vorgabe: >>Liebst Du mich?<<, der ‘Space Dialog‘ von Lola rennt... nicht immer. Es ist ein musik-theatralisches Rollenspiel, in dem sich wunderbar frei kommunikativ improvisieren lässt. In alle diesen Ansätzen hat der Improvisator die Freiheit mit Intuition und ständiger Aktions- und Reaktionsbereitschaft zu handeln, und die musikalische Welt mit zu inszenieren.


So ist MOVIE TALKS weder eine klassische Programmmusik, die eine Handlung eins zu eins in Musik übersetzt noch ein Filmmusik mit untermalendem Charakter sondern eine aktive Musik, die in der Erinnerung gespeicherte filmische Erlebnisse musikalisch vorträgt. Dabei bedeutet die Kenntnis des Films eine zusätzliche Ebene des Hörens - ähnlich wie beim Hören eines Jazz-Standards die schon vorhandene Kenntnis des Themas und seiner Harmoniefolge eine zusätzliche Dimension beim Hören einer Improvisation darüber darstellt." Albrecht Maurer




1. Jour de Fête - avant (W/D/M)
Schützenfest
Frankreich 1947
Regie: Jacques Tati
Drehbuch: Jacques Tati, Henri Marquet, René Wheeler
Darsteller: Jacques Tati (Briefträger Francois), Guy Decomble (Roger), Paul
Frankeur (Marcel)

Als einzige Vorgabe diente der Satz "zu spielen ist eine Fantasie im Charakter von Jacque Tati`s Schützenfest". Ergebnis ist ein Musikstück von kompositorischer Dichte, das trotzdem kollektiv entdeckt wurde, quasi vom Himmel fiel und in drei Köpfen gleichzeitig landete.

2. Cyberlola
Ein auskomponiertes Gerüst nach der Idee der "Lola" *, mit verschiedenen
Solisten, die auf ihre jeweils persönliche Art das Steuer übernehmen,
Kadenzen, Umspielungen und Harmonielinien gestalten. Im Charakter eines
Prologs.

*Als Spitznamen verwendet Maurer den Namen Lola (Los Lassen) für eine musikalische Form, die eine Reihe von unterschiedlichen Situationen durchläuft, die von einem Solisten umspielt werden und in der es Auszeiten in Form von Kadenzen oder freien Begegnungen verschiedener Spieler gibt. Denn nur durch das Loslassen einer musikalischen Stimmung entsteht Raum für eine Entwicklung hin zu Neuem.

3. Lola rennt ... nicht immer
Lola rennt
Deutschland: 1998
Regie: Tom Tykwer
Drehbuch: Tom Tykwer
Darsteller: Franka Potente (Lola), Moritz Bleibtreu (Manni) u.a.

Programmatische Notenvorlage, frei nach der Dramaturgie des Films Lola rennt. Hier wird die Spielpartitur ähnlich der Handlung des Films drei Mal durchlebt. Dabei führen kleine geplante Veränderungen des Notentextes zu neuen Handlungsverläufen. Und natürlich rennt Lola nicht immer, sie verbringt wichtige Momente im >>Space Dialog<<.

4. A Mandala to Liberation
Kundun
USA: 1997
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Melissa Mathison
Darsteller: als Dalai Lama: Tenzin Thuthob Tsarong, Gyurme Tethong, Tulku
Jamyang Kunga Tenzin, Tenzin Yeshi Paichang.

In farbenprächtigen, suggestiven Tableaus erzählt der Film, wie der 14. Dalai Lama entdeckt wird, wie er zum geistlichen Oberhaupt der Tibeter erzogen wird, und wie es zum vorläufigen tragischen Ende der tibetischer Kultur kommt. A Mandala to Liberation ist eine eigenständige musikalische Bilderwelt, die von Kundun inspiriert ist. Sie erspürt die Kraft des gewaltlosen Widerstandes und der Befreiung von Innen heraus. Es ist eine persönliche Widmung an den Dalai Lama.

5. Horizontal Shower
Jour de Fête, nur umgekehrt. Ein Film über das zielgenaue amerikanische Postsystem. In der kurzen Mittagspause schauen die Postzusteller im Fernsehen einen Bericht über das französische Postsystem. Darin sieht man einen angetrunkenen Briefträger, der mit dem Fahrrad gemütlich durch ein kleines französisches Dorf radelt.

6. Delicatessen
Frankreich 1990
Regie: Marc Caro, Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch: Gilles Adrien, MArc Caro, Jean-Pierre Jeunet
Besetzung: Dominique Pinon, Jean-Claude Dreyfus, Ticky Holgado u.a.

Ein Drama, eine makaber unterhaltende Kannibalen-Groteske. Sie spielt in einem Abbruchhaus, in dem sich Fleischfresser und militante Vegetarier bekriegen, sich ein Badezimmer bis zur Decke mit Wasser füllt und natürlich die Liebe gewinnt.

7. The Unbearable Lightness of Being
Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins
USA 1988
Regie: Philip Kaufman
Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Philip Kaufman, Milan Kundera
Besetzung: Daniel Day-Lewis, Lena Olin, Juliette Binoche, Derek De Lint u.a.

Tänzelnde Leichtigkeit ist die Grundstimmung. Die Wiederkehr zu bestimmten Orten des Films wird im Musikstück gespiegelt durch die Wiederkehr zu parallelen Stellen der Partitur. Momente der Unerträglichkeit sind als musikalischer Ausbruch komponiert. Die Spieler werden aus der Partitur herauskatapultiert, verlieren sich und tauchen bald auf der Suche nach Leichtigkeit wieder in diese ein.

8. To Unknown Movies (W/D/M)

9. Jour de Fête - passe´ (W/D/M)
Die Musiker sammeln ihre Noten ein, mit ungeheurer Musizierlust setzt sich Benoit ans Klavier. Wolter und Albrecht laufen quatschend und lachend durch den Raum zu ihren Instrumenten, singen, spielen ein paar Töne und gehen beiläufig von der Bühne und ... das Band des Ü-Wagens läuft noch immer.

Dank an: Rainer Ohle (Kulturabteilung der Bayer AG), Uli Kurth (WDR Jazzredaktion) Werner Fuhr, Beate Bartlewski, Anne Goede, Georg Ruby, Christina Fuchs, Meike. Mein besonderer Dank gilt Wolter Wierbos und Benoit Delbecq. Der ganze Reichtum ihrer musikalischen Möglichkeiten kommt auf dieser CD zum Ausdruck.

Übersetzung: Amy Antin &
Gestaltung & Cover Alexander Schmid
Recorded by Michael Peschko, Erholungshaus der Bayer AG, 9.11.99
Mastered by Reinhard Kobialka
Produced by Albrecht Maurer

 

title:

Jour de Fête - avant (W/D/M)
2. Cyberlola
3. Lola rennt... nicht immer
4. A Mandala to Liberation
5. Horizontal Shower
6. Delicatessen
7. The Unbearable Lightness of Being
8. To Unknown Movies (W/D/M)
9. Jour de Fête - passe´ (W/D/M)

all compositions by Albrecht Maurer except (W/D/M) by Wierbos, Delbecq, Maurer, in Kooperation mit der Kulturabteilung Bayer und dem WDR.

total time 58:06 - 2002

Albrecht Maurer Trio Works


Wolter Wierbos - Posaune

Benoît Delbecq - Piano

Albrecht Maurer - Violine




JazzHausMusik JHM 119 - aufgenommen von Michael Peschko, Erholungshaus der Bayer AG, gemastert von Reinhard Kobialka, Topaz Studio Köln


 

voices:

"Programm-Musik von höchstem Rang"..." Dies ist ein seriöses Projekt, in dem jedes Stück mit einem einzigartigen Charme in Erscheinung tritt."... Das Trio formt eine in sich geschlossene Einheit, reif und dabei herausfordernd, es gibt eine erfrischend andere Perspektive durch ungewöhnliche Instrumentation, gute Improvisation und die hochentwickelte kompositorische Handschrift ."

Steven Loewy, Cadenze Magazine Kanda



"Jeder, der Lola rennt gesehen hat wird begreifen, warum Trio Works diesen Film als Grundidee für MOVIETALKS genommen hat ... Trio Works gibt eine Übersetzung von Aktion in Musik und Sounds. Diese Idee ist mehr als in guten Händen bei diesen drei blendenden, improvisierenden Musikern."

Bimhuis Amsterdam



"...die Filme bekommen so einen ganz anderen Blick-(Hör?-) Winkel. TRIO WORKS wird mich die Filme künftig sicherlich mit anderen Augen sehen lassen."

Jazzthing



"Wenn Lola über die Notenblätter rennt ! Kann man raffiniert gestrickte Leinwandgeschichten mit musikalischen Mitteln neu erzählen? Man kann... Ein frühes Highlight des aktuellen Jahresprogramms.." Aachener Zeitung



"Albrecht Maurer hat Ideen ohne Ende und das macht seine Festivalteilnahme jedesmal so spannend."

Kunstsalon Köln

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JazzHausMusik


Venloer Str. 40

D- 50672 Köln


Tel. +49 221 95 29 94-50

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email: jhm@jazzhausmusik.de

www.jazzhausmusik.de

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Jenny Otto

01573 1747675

booking@syntopia.net

Musiklabor Köln, eine neue Konzertreihe von Albrecht Maurer und Norbert Stein im Kunsthaus Rhenania:  musiklabor-koeln.de

Syntopia.net, mit weiteren Projekten, an denen Albrecht Maurer beteiligt ist. www.syntopia.net

Nemu Records, das Label von Albrecht Maurer und Klaus Kugel

www.nemu-records.com

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Diskografie

Albrecht Maurer: Lola Rennt

Ein Film von Joachim Richter


Dies ist der erster Film seiner Reihe MovieTalks. Ich traf ihn im Sommer zu einem Interview. Daraus entstand dieser Film mit Musik der Komposition Lola Rennt (nicht immer). Bitte Unbedingt anschauen!