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Theo Jörgensmann & Albrecht Maurer


Theo Jörgensmann - Bassettklarinette

Albrecht Maurer - Violine, Stimme





Nemu Records nemu 011- aufgenommen und gemastert von Reinhard Kobialka, Topaz Studio Köln

 

Melencolia

Titel:

    Melencolia Suite

1.  Part 1                      05:37
2.  Part 2                      08:43
3.  Part 3                      04:49
4.  Part 4                      05:12
5.  Part 5                      04:04
6.  Part 6                      05:26
7.  Part 7                      02:32
8.  Part 8                      08:39
9.  Part 9                      06:27
10. Melencolia Epilog   05:34


Alle Kompositionen sind von Jörgensmann und Maurer


total time 57:30 - 2011

Stimmen: Liner Note von Robert Bosshard 03.06.2011


Wenn der Geist des Klarinettisten im Resonanzkörper seines Instruments Gestalt annimmt,so wandelt sich das Abstrakte der Musik zur sphärischen Melodie eines weit über die verbale Sprache hinaus glaubhaften Bekenntnisses. Und wenn das Stimmband des Geigers in die Vibrationen der Saiten seiner Violine einstimmt und also seine Seele im Korpus der Geige mitschwingt, so verdichtet sich jedes Zusammenspiel zum einmaligen Erlebnis konkreter Musik. Theo Jörgensmann und Albrecht Maurer, zum einen in einem Blas- und zum anderen im Streichinstrument personalisiert, spielen in ihrem Duo-Album Melencolia mit einer an Eric Satie erinnernden Klarheit und Symbiose, aber auch in der Heftigkeit eines nachmitternächtlichen musikalischen Wettkampfs im Irisch Pub. Hingerissen von der Lust des eigenen Seins inszenieren die beiden ein anrührendes Liebesspiel zwischen Geist und Materie als virtuoses Doppel. Und die von ihnen gewählte Melancholie als musikalische Grundstimmung bietet hierfür das ideale Bett, da die Schwermut ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem unerreichbar Geliebten ist, also als Motivationskern für kreative Imagination fungieren kann. Und umgekehrt steht dem entsprechend die Melancholie, jener Nukleus für die Freiheit zur schöpferischen Improvisation, auch voll und ganz im Dienst jeder unvoreingenommenen, frei denkenden Rezeption.


In Erinnerung an die verheerenden Weltkriege des zwanzigsten Jahrhunderts hat der Künstler Anselm Kiefer in der für ihn typischen, raumfüllenden Monumentalität 1989 Albrecht Dürers im Jahr 1514 im Format von 23,7 x 18,7 cm realisierten Kupferstich Melencolia I in der Form eines in schwarzem Blei geformten Kampfjets zitiert. Tatsächlich entstand seinerzeit auch Dürers Arbeit angesichts unmenschlich grausamer und rechtloser Bauernkriege. Ganz anders geartet, aber ihrem Metier entsprechend musikalisch ebenso treffsicher, aktualisieren Jörgensmann und Maurer im vorliegenden Werk das Stimmungsbild des Großmeisters des Übergangs (vom dogmatischen Spätmittelalter zur pragmatisch und naturwissenschaftlich geprägten Neuzeit der Renaissance) indem sie intuitiv die komponierte, notierte und chaotisch wirkende Unterdeterminiertheit des Heutzutage (eben des lapidar als Postmoderne umschriebenen epochalen Wandels vom Wahn technologischer Omnipotenz zur ökologischen Selbstverwarnung) als eine aus dissonanten Polyrhythmen herausbrechende, feinsinnig anrührende Melancholie intonieren. In einem für sie typischen, streng intuitiv gesteuerten Verfahren dekonstruieren und reanimieren sie Stück für Stück eine Vielzahl der vom Zeitgeist getrieben sich anbietenden musikalischen Materialien, in dessen Rahmen sie, professionell erprobt und meditativ geschult, in kaum nachvollziehbarem simultanem Hinhören und gleichzeitigem Eingreifen, sich, praktisch als Solisten, zur tadellosen Zweistimmigkeit vereinen. Das Duo transponiert im Moment der Realisierung ihrer Werke jene einmalige Erscheinung, welche sich als gallige Innerlichkeit der tonalen Überlieferung dem Hörer aufdrängt, zu einem luziden und sich öffnenden musikalischen Raum, innerhalb dessen das Publikum einem je aktuellen Ereignis beiwohnen kann. Dürers Kupferstich Melencolia zeigt eine mit einem Blätterkranz ums Haar und wie verhüllt gekleidet auf einem Geländeabsatz sitzende geflügelte Frau, die, den Kopf in die linke geballte Faust gestützt, den rechten Arm auf ein schweres Buch gelehnt und mit einem großen Zirkel als Schreibgerät zwischen den Fingern, mit klarem Blick in die Ferne der Zukunft schaut. Sie gilt als die Personifikation des Wegs der Rückkehr von einer beklemmend engen Kirchenkultur zur Hoffnung versprechenden Naturerkenntnis. Im Hintergrund, im Wechsel vom Tag zur Nacht, leuchtend ein Komet und ein Regenbogen zugleich. Beutel und Schlüssel sind dem Engel entfallen. Durch die Luft schwirrt, in diesen für die Melancholie günstigen Stunden, also dem dritten Viertel des Tags, eine Fledermaus, deren geschickte Flügel die Intelligenz repräsentieren und den Titel des Bilds tragen. Rund herum liegt im Schatten des Mondlichts eine Auslage nutzlos ruhender Dinge: eine Kugel, ein Hobel, ein Kehleisen, eine Holzsäge, ein Hammer, eine Zange, ein Richtscheit, ein Schreibzeug, eine Waage, ein Stundenglas, eine Glocke, ein magisches Quadrat, offenbar haltlos als ein durch den Horror vacui getriebenes Bestreben nach sammelnder Addition, um so dem Bewusstsein von der Endlichkeit des Seins als bloße Unerreichbarkeit der Ewigkeit, Paroli zu bieten. Markant aber, und in direktem Bezug zum heruntergekommenen Engel zeigt Dürers Kupferstich anderseits, Neugierde und Entdeckerlust weckend, ein rätselhaftes Oktagon, auch ein, Schutz arantierend, geduldig zusammengerollter Hund und schließlich, auf einem Mühlrad thronend,das hoffnungsvoll die Zukunft versprechende Kleinkind, als würde damit Albert Camu’s Aufruf, Sysiphus sei als glücklicher Mensch zu verstehen, zu einem graphisch harmonisierenden Dreieck der Gelassenheit verbunden. - Und so könnte man vielleicht sagen: in der Tradition des, in tiefer Ergriffenheit von einem persönlichen Verlust, allein vom eigenen Fusstapping begleiteten ersten Solostücks von Jimmy Giuffre, oder auch in Assoziation mit dem ebenfalls extrem emotional solistisch erarbeiteten „Picasso“ von Coleman Hawkins, bedient das Duo Jörgensmann & Maurer in spontaner Produktionsweise dank ihrer langjährigen Kenntnisse und Erfahrungen von kollektiver Improvisation, die musikalische Sehnsucht nach einer offenen, kompositorisch undogmatischen und subjektiv glaubhaften Ausdrucksform. Dieses Album kommt also den Erwartungen eines Publikums entgegen, das im Schatten von den Marktauslagen der gängigen Musikwaren, inmitten abgelegter Stilrichtungen und kurzfristiger Moden, ein zauberhaftes auf eine rätselhafte Zukunft hin orientiertes Quantum musikalischer Utopie, Perspektive und Optimismus in der zeitgenössischen Musik sucht.

erhältlich bei:


Nemu Records


Siebengebirgsallee 12

D- 50939 Köln


Tel. +49 221 4248353

email: mail@nemu-records.com

www.nemu-records.com


Stimmen:


„Melencolia basiert auf Abrecht Dürers Kupferstich von 1514, das während der schreckliche Bauernkriege in Deutschland entstand. Hier gelingt es diesen prominenten Jazz- und Avantgarde-Künstler die Melancholie mit der helleren Seite des Lebens zu verbinden ... Manchmal jagen sie die Dämonen weg oder arbeiten in welligen Strömen und rätselhafte Passagen. Im "Teil 5," vermittelt Maurer einen Hauch von europäischer Folk-, spielt Morphing-Free-Jazz-Aspekte in einer wahnsinnigen Kette von Ereignissen, während Jörgensmann mit anmutigen Farbtönen, linearen Verläufen, Zirkular-Atmung und gelegentlich mit geradezu heiligen Linien den Klang abrundet ... Die Künstler koordinieren das Beste aus verschiedensten musikalischen Welten und führen mit eigenständiger Identität durch musikalische Höhen und Tiefen. Dabei gestalten sie mit lebhaftem künstlerischen Scharfsinn und überlegener Musikalität und erschaffen wegweisende Visionen“

von Glen Astarita 2012, All About Jazz, USA


„Melencolia ist ein sehr gutes Album von Stegreif Konstruktionen, angereichert durch musikalisches Können auf höchstem Niveau, Bruchstücke der instrumentellen Visionen perfekt in einem "first take" Kontext zusammengefügt, fast unglaubwürdig angesichts der lebendigen Exaktheit der Großteil der Musik.... In jedem Moment ertönt auch in Anwesenheit freudloser Stimmungen verheißungsvolles ... Und dies alles ohne eine einzige Episode von öligem Manierismus. Ein "laudamus" ist wohlverdient.“

Massimo Ricci Juli 2012, Italien Touching Extrems


„Jörgensmann und Maurer sind Ausnahmemusiker. Ihr konzeptioneller Faden verbindet die einzelnen Stücke durch einem gemeinsamen Ton und ihre innere Haltung ... Das Album Melencolia enthält unerwartete und faszinierende Musik, die sicherlich eigenständig ist, aber was ich ebenso an ihrer Vision zu schätzen weiß, ist die Vielseitigkeit der Assoziationen - wie sie die ganze „verdammte“ Geschichte der Melancholie - sie in Bewegung umsetzen...“

aus „A fickle Sonanze“ von Art Lange 2011 Point of Departure USA

Diskografie